Festschrift „50 Jahre Gemeinnützige Baugenossenschaft Hamburg-Nordost e.G.m.b.H“

Die Geschichte unserer heutigen Baugenossenschaft Hamburger Wohnen eG beginnt 2007 mit dem Zusammenschluss zweier traditionsreicher Hamburger Wohnungsgenossenschaften: der „Wohnungsgenossenschaft Langenfelde eG von 1921“ und der „Baugenossenschaft Hamburg-Nordost eG von 1922“. Die Hamburger Wohnen kann somit gleich zweimal auf eine fast 100-jährige Erfahrung in der genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft zurückblicken.

Nach sehr umfangreicher Vorbereitung der Fusion stimmten die Entscheidungsgremien beider Genossenschaften im Juni 2007 mit der erforderlichen Mehrheit zu. Im Herbst 2007 wurde die Fusion durch Eintragung ins Genossenschaftsregister amtlich. Kurz darauf – im Dezember 2007 – schlossen sich beide Geschäftsstellen unter der Adresse Försterweg 46, 22525 Hamburg, auch räumlich zusammen und der gemeinsame Betrieb konnte beginnen.


Geschichte der ehemaligen Baugenossenschaft Hamburg-Nordost

Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Hamburg-Nordost eG (Hamburg-Nordost) entstand 1940 aus dem Zusammenschluss der 1922 gegründeten Baugenossenschaft Barmbek und der 1924 gegründeten Genossenschaft Rübenkamp.

Zum Zeitpunkt des Eintrags dieser Fusion ins Genossenschaftsregister am 31. Dezember 1940 verfügte das Unternehmen über insgesamt 515 Wohnungen sowie zwei Läden in den Stadtteilen Barmbek und Horn. Die ersten 36 Wohnungen waren im März 1923 bezugsfertig, die letzten wurden 1940 erstmalig bezogen.

An der Hamburg-Nordost war die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges nicht spurlos vorübergegangen. So wurden am 17. Juni 1933 durch die Nationalsozialisten sämtliche Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats ihrer Ämter enthoben und durch Parteimitglieder ersetzt. Im Juni 1943 wurden bei Bombenangriffen insgesamt 203 Wohnungen und beide Läden völlig zerstört und an zahlreichen weiteren Wohnungen entstanden erhebliche Schäden. Erst 1949 konnte mit dem Wiederaufbau in der Lorichsstraße in Barmbek begonnen werden.

1951 entstanden in der Tischbeinstraße in Barmbek 68 neue Wohnungen. Da zu dieser Zeit die Wohnungsnot in Hamburg besonders groß war und möglichst viele Genossenschaftsmitglieder eine Wohnung erhalten sollten, entschieden sich Vorstand und Aufsichtsrat zum Bau von kleinen 1- und 2-Zimmer-Wohnungen. 1952 erfolgte der Wiederaufbau des zerstörten Wohnraums in Horn sowie der Bau von insgesamt 158 Wohnungen in der Hermann-Kauffmann-Straße in Barmbek. Gleichzeitig wurden auch die Büroräume im Rübenkamp 54 für die dringend erforderliche Erweiterung der damaligen Geschäftsstelle eingerichtet.

Von 1957 bis 1970 wurden weitere 141 Wohnungen in den Stadtteilen Barmbek, Horn und Lurup gebaut. In Lurup kam zusätzlich noch eine Tiefgarage mit 46 Stellplätzen hinzu. 1971 wurde die Geschäftsstelle nochmals erweitert.

Wohnanlage Prechtsweg/Lambrechtsweg in Barmbek

In den Jahren 1976 bis 1995 wurden insgesamt 311 neue Wohnungen in den Stadtteilen Rothenburgsort, Winterhude, Lurup, Neustadt, Volksdorf, Hummelsbüttel, Altona, Steilshoop, Billstedt und Bramfeld errichtet oder hinzugekauft. Diese Wohnanlagen verfügen teilweise über Tiefgaragenstellplätze oder Pkw-Stellplätze im Freien. Für die Wohnanlage in der Neanderstraße erhielt die Genossenschaft eine besondere Förderung aus öffentlichen Mitteln zur Erstellung von zwei behindertengerechten Wohnungen.

1994 gründete die Baugenossenschaft als alleinige Gesellschafterin das Tochterunternehmen GHN Grundstücksgesellschaft Hamburg-Nordost mbH zwecks Verwaltung des so genannten „Ring 7“ in Steilshoop. Die GHN war nicht nur für die Wohnungen der Hamburg-Nordost tätig, sondern verwaltete auch die „Ring 7“-Wohnungen für weitere fünf Wohnungsbaugenossenschaften. 1996 errichtete die Baugenossenschaft auf einem von der Kirche erworbenen Grundstück in Billstedt 9 weitere Wohnungen mit 9 Pkw-Stellplätzen. Die GHN erwarb 1999 ein Baugrundstück in Sülldorf und erstellte dort ein Haus mit 5 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage. Sämtliche Wohnungen wurden im Jahr 2000 verkauft. Die ebenfalls 1999 von der GHN gebauten 10 Eigentumswohnungen in Meiendorf wurden an die Genossenschaft verkauft und an Mitglieder vermietet.

2007 hatte die Hamburg-Nordost 1.703 Mitglieder und beschäftigte 11 Mitarbeiter, 9 davon in Vollzeit und 2 in Teilzeit. Die Genossenschaft verfügte über 1.265 Wohnungen in Hamburg mit ca. 75.600 Quadratmetern Wohnfläche, 10 Tiefgaragen, 216 Stellplätze und 5 gewerbliche Objekte.

 

Geschichte der ehemaligen Wohnungsgenossenschaft Langenfelde

Jahresabschluss 1970 Baugenossenschaft Langenfelder-Eisenbahner Hamburg eG
Jahresabschluss 1970 „Baugenossenschaft Langenfelder-Eisenbahner Hamburg eGmbH“

1911 schlossen sich 60 Schreber, deren kleine Kolonien über ganz Stellingen verteilt waren, zusammen und gründeten den „Verein Laubenkolonie von Eimsbüttel-Langenfelde“.

Unter größten finanziellen Opfern erwarben sie in Stellingen, der heutigen „Linse“, 160.000 Quadratmeter Land. Am 3. Januar 1921 wurde die Genossenschaft Langenfelde als „Gemeinnützige Genossenschaft der Laubenkolonisten zum Erwerb von Kleingartenland von Hamburg und Umgegend“ ins Genossenschaftsregister eingetragen.

Nach der Währungsreform von 1948 drohte der Genossenschaft jedoch eine erhebliche Belastung durch Besteuerung des Landbesitzes. Der einzige Ausweg war die Umwandlung der „Genossenschaft Laubenkolonien“ in eine gemeinnützige Baugenossenschaft. So entstand damals die „Baugenossenschaft Langenfelde GmbH“.

1952 wurde am Försterweg 1–9/Kieler Straße 241–245 das erste Gebäude außerhalb der Gartenparzellen errichtet. 74 neue Wohnungen entstanden. Weitere 1.100 Wohnungen und gewerbliche Einheiten folgten in den Jahren 1960 bis 1969 in der „Stellinger Linse“. 1969 fusionierte die Baugenossenschaft Langenfelde mit dem Eisenbahner Bauverein Hamburg GmbH, der 700 Wohnungen in Hamm, Barmbek, Sasel und Lurup in diesen Zusammenschluss einbrachte. Der neue Name lautete „Baugenossenschaft Langenfelde-Eisenbahner Hamburg eG“. Durch die Fusion sollte die Leistungsfähigkeit beider Genossenschaften erhöht werden, was in den Folgejahren durchaus Früchte trug: 1971 war die 2000. Wohnung bezugsfertig, 1984 bereits die 3000. Wohnung. 

Wohnanlage Lüttmelland in Sasel

Da sich der lange Name in der täglichen Arbeit zunehmend als hinderlich erwies und er überdies zu Fehldeutungen führte – es wurde vielfach irrtümlich angenommen, dass es sich um ein Wohnungsunternehmen nur für Eisenbahner handele – beschloss die Vertreterversammlung mit Wirkung vom 1. Januar 1988 die Umbenennung in „Wohnungsgenossenschaft Langenfelde eG“.

Fortan führte die Genossenschaft ihre rege Tätigkeit unter dem nun mittlerweile fünften Namen seit ihrer Gründung fort und setzte weitere Meilensteine ihrer Geschichte: 2004 baute sie in der Eidelstedter Feldmark mit 45 Wohnungen das bis dahin größte Passivhaus Deutschlands im Mietwohnungsbau. Mit diesem Bau wurde gleichzeitig ein Wohnprojekt realisiert, dessen Mitglieder von Anfang an in die Planung einbezogen waren. Heute leben dort mehrere Generationen, Familien und Singles sowie Menschen mit Behinderungen.

2005 wurde das „Soziale Management“ eingerichtet und eine Sozialpädagogin eingestellt, um künftig gemeinschaftsfördernde Aktivitäten anbieten zu können. Unter dem Motto „Nachbarschaft lebendig gestalten“ wurde in Langenfelde der erste Nachbarschaftstreff eröffnet.

2006 besaß die Genossenschaft in Hamburg 3.311 Wohnungen. Sie beschäftigte 21 Mitarbeiter in Vollzeit, 2 in Teilzeit und 1 Auszubildende.

 

Baugenossenschaft Hamburger Wohnen eG

Försterweg 46
22525 Hamburg
Tel.: 040 540 006-0
Fax: 040 540 006-30
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